1. 1

    Angizia - Zinnsoldaten und Kanonen 1917

  2. 2

    Angizia - Anastasia Spennocchi, 1920

  3. 3

    Angizia - Lied Fur Die Armut Anderer Leute

  4. 4

    Angizia - Siehst Du Dein Köpfchen Im Spiegel? Nein.

  5. 5

    Angizia - Spatherbst 1832/kronstadt

  6. 6

    Angizia - Anastasia Spennocchi 1920

  7. 7

    Angizia - Blumen Von Tschandravatii, 1938

  8. 8

    Angizia - Das Gerippe Geht Dem Ausgang Zu

  9. 9

    Angizia - Das Mädchen Im Prinzessinnenkleid

  10. 10

    Angizia - Das Spinnrad Ist Ein Memoirensignal

  11. 11

    Angizia - Der Kinderzar/ Das Bauernendspiel

  12. 12

    Angizia - Der Teufel Hält Die Fäden

  13. 13

    Angizia - Der Vorhang Fällt

  14. 14

    Angizia - Der Wein Der Lumpensammler, 1923

  15. 15

    Angizia - Die Flüchtige Leiche

  16. 16

    Angizia - Die Graue Welt Macht Keine Freude Mehr

  17. 17

    Angizia - Die Zinnoberrote Marionette

  18. 18

    Angizia - Du Wundervoller Zeitvertreib

  19. 19

    Angizia - Ein Toter Fährt Gern Ringelspiel

  20. 20

    Angizia - Ein Vermummtes Trauerspiel... (exzerpt)

  21. 21

    Angizia - Eine Ungelberte Stunde, 1941

  22. 22

    Angizia - Epilog Aus Der Judengruft

  23. 23

    Angizia - Er Blieb Noch Ein Weilchen Am Leben

  24. 24

    Angizia - Es Reiten Die Toten So Schnell

  25. 25

    Angizia - Ich bin ein Bewohner des S/W-Diagramms

  26. 26

    Angizia - Judenkinder oder die Komödie vom Krieg

  27. 27

    Angizia - Kapitel I: Szenischer Monolog / Das rote Gold des Kerzenwachses

  28. 28

    Angizia - Kapitel I. Szenischer Monolog / Das Rote Gold Des Kerzenwachses

  29. 29

    Angizia - Kapitel II. Der Kirschgarten Oder Memorien An Die Stirn Der Kindeszeit

  30. 30

    Angizia - Kapitel III. Halbe Wahrheit, Schemelglanz Und Totenlichter

  31. 31

    Angizia - Kapitel V. Schellenklingeln / Vom Kurzen Leben Fast Verschneiter Gruner Trauben

  32. 32

    Angizia - Klezmerabend

  33. 33

    Angizia - Klopfzeichen

  34. 34

    Angizia - Klopfzeichen, 1947

  35. 35

    Angizia - Komik Und Elegische Momente

  36. 36

    Angizia - Liebt Dich Range Die Dohle?

  37. 37

    Angizia - Macht die Säge "siege-sage"

  38. 38

    Angizia - Mein Jahr in Lemberg 1911

  39. 39

    Angizia - Mein Jahr In Lemberg, 1911

  40. 40

    Angizia - Schaukelkind

  41. 41

    Angizia - Schwarze Puppen

  42. 42

    Angizia - Unterstadt-Oberstadt-Zirkusstadt

  43. 43

    Angizia - Vorwort

  44. 44

    Angizia - Zinnsoldaten Und Kanonen, 1917

  45. 45

    Angizia - Der Essayist / 2 Millionen Rubel

  46. 46

    Angizia - Der Kirchhof Spielt Zum Leichenschmaus

  47. 47

    Angizia - Der Lustige Tote

  48. 48

    Angizia - Der Stechlin

  49. 49

    Angizia - Der Wein der Lumpensammler 1923

  50. 50

    Angizia - Die Eroffnung

  51. 51

    Angizia - Die Linke Hand Des Musikanten

  52. 52

    Angizia - Die Stimmen Eines Baches Dort

  53. 53

    Angizia - Eröffnung

  54. 54

    Angizia - Es Ist Leidenschaft

  55. 55

    Angizia - Herbstlegende

  56. 56

    Angizia - Hoppa Hoppa Reiter (Requiemmix)

  57. 57

    Angizia - Ithzak Kaufmann Und Das Bindfadencello

  58. 58

    Angizia - Kapitel IV. Ein Sangerleben - Welch Wunderbarer Nachtgesang?

  59. 59

    Angizia - Lied für die Armut anderer Leute

  60. 60

    Angizia - Macht Platz Und Lasst Die Toten Vor!

  61. 61

    Angizia - Mehmet und die Zirkusstadt

  62. 62

    Angizia - Mehmet Und Die Zirkusstradt

  63. 63

    Angizia - Mein Gaul, Mein Gaul Verreckt Im

  64. 64

    Angizia - Mein Letztes Stuck

  65. 65

    Angizia - Mit Einem Purpurroten Leichenkarren

  66. 66

    Angizia - Pique Dame Und Rachmaninov, 1904

  67. 67

    Angizia - Schellenklingeln/ Vom Kurzen Leben Fast Verschneiter Gruner Trau

  68. 68

    Angizia - Totenackerswing

  69. 69

    Angizia - Wie Schale Ich Den Augapfel? (leseprobe)

  70. 70

    Angizia - Zehn Tote Hampelmänner

Kapitel III. Halbe Wahrheit, Schemelglanz Und Totenlichter

Angizia

Es war das Weiss der Schwane, so rein und sterbensbang, man sah's wie
Engel am Friedensbogen schimemern, nicht wie Fahnen, die sich vom Winde
verdrehen liessen, Schwane sind diese furchtsamen Kinder, sie winken nicht
wie sie singen, Schwane sind diese weinenden Desichter, der Trauer wollen
sie gefallen

Aus einem Briefe Lavaters, kurz vor seinem Tod 3.
Aufzug im stuck. Verandertes Buhnenbild, Szene am Tumpel. 2.
Schemel zieren die Holzbuhne So stoisch meine Apfel kunden, dies Liebreiz
ich fand hold in trunknen Lettern aufgeschrieben, Geschopf' so bleich dem
Wolkenzelte wir Bubchen reihten in Gedichten, als statt der Sonne tanzt'
im See zwei federn' Kinder, vorwarts schleichend, ob der tiefen Augen,
trub und offen weinendAls Freundes Wort dies Teich uns nannt', und bleich
manch Tran' der unsren Wangenrucken trocknet, welch Stoss in unsrem Kleid
geboren, wir bedacht des Tumpelschimmers diese Schemel jener Stube doch
verschleppten Konstanz und Lavater mit langen, rotten Barten, Lavater als
Maler

[Lavater:]
Welch Skizze ich gezeichnet, dies susser Augenschein im Bildnis des
Fewassers trockenein hupfendes Laternchen, welch grafliches Geschlecht,
weich zarter fegern' Wasserdrach' als knistend' hold Geschoss taucht ein
in Weihers blauem Rauche weichend? Konstanz, mein werter Vetter, welch
Trane ward vergossen, dass statt der Lurch' und zottigen Genossen ein
Schwanenvogel uns vor Augen, als stummer Treiber er wirft Flammchen in
dies verfeuchten Tumpeldochte, wie bloss des Mondes eigen' Scheine, die
Skizze meiner zierend!

[Konstanz:]
Mein gnadiger Herr, zu laut der Euren Worte, fast hold der Eifer Hand,
manch Tran' ward Euch gewiss vergossen, doch Farben Eures Blattes wegen,
dies Licht verschluckt' des federn' Kindes bleiche MajestatSo schminkt sie
bloss mit Wachs und Schuh', Scheltwort ihr ins Gesichte werdet schlagen,
denkt schon ans winkende Kindlein, dem blutenden Fleisch, so bleibend dem
Spiege! Eures Vogels gleich! So zeigt her Euer Bildlein, den schwanernen
Leibe so weiss wie manch Flock' vom Schnee, dies Grabes' Verbleib verwuhlt
in spitz' Dornen kehrt, um jenen Vogeln lebewohl zu sagen, und stets ein
scharlachrotes Lichtlein zu dammen auf den nackten Dochte, Der Springbrunn'
jen' verweintem Kleid, er tat sein armes Schlaflein, ganz ahnlich einer
fremden Zeit! Ach weh, die matte Eb'ne dieses Tumpels, sie schaukette wie
ein Schiff

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