Der Mond ist aufgegangen Die goldnen Sternlein prangen Am Himmel hell und klar Der Wald steht schwarz und schweiget Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar
Wie ist die Welt so stille Und in der Dämmrung Hülle So traulich und so hold! Als eine stille Kammer Wo ihr des Tages Jammer Verschlafen und vergessen sollt
Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen Und ist doch rund und schön So sind wohl manche Sachen Die wir getrost belachen Weil unsre Augen sie nicht sehn
Wir stolze Menschenkinder Sind eitel arme Sünder Und wissen gar nicht viel Wir spinnen Luftgespinste Und suchen viele Künste Und kommen weiter von dem Ziel
So legt euch denn, ihr Brüder In Gottes Namen nieder! Kalt ist der Abendhauch Verschon’ uns Gott mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen Und unsern kranken Nachbar auch!