1. 1

    Nocte Obducta - Begräbnisvermählung

  2. 2

    Nocte Obducta - Der Regen

  3. 3

    Nocte Obducta - Die Pfähler

  4. 4

    Nocte Obducta - Die Schwäne Im Moor

  5. 5

    Nocte Obducta - Die Schwindende Glut

  6. 6

    Nocte Obducta - Einleitung: Zwölf Monde

  7. 7

    Nocte Obducta - Eins Mit Der Essenz Der Nacht

  8. 8

    Nocte Obducta - Tage, Die Welkten

  9. 9

    Nocte Obducta - Am Waldrand

  10. 10

    Nocte Obducta - Anis (Desîhras Tagebuch - Kapitel I)

  11. 11

    Nocte Obducta - Atme

  12. 12

    Nocte Obducta - Der Durst in meinen Augen

  13. 13

    Nocte Obducta - Die Hunde Des Krieges

  14. 14

    Nocte Obducta - Die Wälder

  15. 15

    Nocte Obducta - Dinner Auf Uranos

  16. 16

    Nocte Obducta - Ein Nachmittag Mit Edgar

  17. 17

    Nocte Obducta - Ein Ouzo Auf Den Nordwind

  18. 18

    Nocte Obducta - Es Fließe Blut

  19. 19

    Nocte Obducta - Frühling: Des Schwarzen Flieders Wiegenlied

  20. 20

    Nocte Obducta - Galgendämmerung

  21. 21

    Nocte Obducta - Herbst: Lenkte Einsam Meinem Schritt...

  22. 22

    Nocte Obducta - Hexer (Verflucht)

  23. 23

    Nocte Obducta - Honig Der Finsternis / Phiala Vini Blasphemiae

  24. 24

    Nocte Obducta - Im Dunst Am Ewigen Grab Der Sonne

  25. 25

    Nocte Obducta - Im siebten Mond (Desîhras Tagebuch - Kapitel III)

  26. 26

    Nocte Obducta - In Erinnerung An Herbststürme

  27. 27

    Nocte Obducta - Leere

  28. 28

    Nocte Obducta - N.-D.

  29. 29

    Nocte Obducta - Nebel Ii

  30. 30

    Nocte Obducta - Niemals Gelebt

  31. 31

    Nocte Obducta - November

  32. 32

    Nocte Obducta - Obsidian Zu Pechstein

  33. 33

    Nocte Obducta - Schlachtenflieder

  34. 34

    Nocte Obducta - Schwarzmetall (Hexer - Teil II)

  35. 35

    Nocte Obducta - Sommer: In Einem Mittsommernachtsschatten

  36. 36

    Nocte Obducta - Spiele mir ein Frühlingslied am Friedhofstor

  37. 37

    Nocte Obducta - Taverne

  38. 38

    Nocte Obducta - Tiefrote Rufe

  39. 39

    Nocte Obducta - Verderbnis

  40. 40

    Nocte Obducta - Wenn Ihr Die Sterne Seht

  41. 41

    Nocte Obducta - Der Sand Des Späten Winters

  42. 42

    Nocte Obducta - Desîhra Mogontiacum

  43. 43

    Nocte Obducta - Die Rätten Im Gemäuer

  44. 44

    Nocte Obducta - Eine Teichoskopie

  45. 45

    Nocte Obducta - El Chukks Taverne

  46. 46

    Nocte Obducta - Ende

  47. 47

    Nocte Obducta - Fick Die Muse

  48. 48

    Nocte Obducta - Fruchtige Fäulnis

  49. 49

    Nocte Obducta - Glückliche Kinder

  50. 50

    Nocte Obducta - Im Bizarren Theater

  51. 51

    Nocte Obducta - Löschkommando Walpurgisnacht

  52. 52

    Nocte Obducta - Mehr Hass

  53. 53

    Nocte Obducta - Nebel über den Urnenfeldern

  54. 54

    Nocte Obducta - Nektar

  55. 55

    Nocte Obducta - Prinzessin Der Nachtschatten

  56. 56

    Nocte Obducta - Schweißnebel

  57. 57

    Nocte Obducta - Solange Euer Fleisch Noch Warm Ist

  58. 58

    Nocte Obducta - Töchter Des Mondes

  59. 59

    Nocte Obducta - Totgeburt

  60. 60

    Nocte Obducta - Und Pan spielt die Flöte (Desîhras Tagebuch - Kapitel II)

  61. 61

    Nocte Obducta - Vorbei

  62. 62

    Nocte Obducta - Wenn nur im Tod noch Frieden liegt

  63. 63

    Nocte Obducta - Winter: Dezembermond

Der Durst in meinen Augen

Nocte Obducta

Oh, tiefe Nacht...wir, sechs dunkle Fürsten, die wir waren
Im Prunkgemach von schwerem Samt und blutig roten Farben
Das Licht der schweren Kandelaber brach sich zart in schwerem Wein
Benetzte unsre Augen, die so hungrig mit dem Purpurschein

„Oh, schönes Kind...höre nur, der Tod ruft deinen Namen“
Der Mond sah bleich auf sie hinab, sie stand am eigenen Grabe
„Die Finsternis, sie ruft nach dir, wirst du widerstehen?“
Mein Ruf würgt dein Tageslicht, du wirst es nie mehr sehen

Lächelnd sprach die Nacht uns schuldig der Blasphemie
Des Verlangens
Verfluchend die Enthaltsamkeit
Und ich sah in den kristallenen Spiegeln
Den Durst in meinen Augen

Besinnliche Momente in der Ahnenbildgalerie
Die staub´gen Reihen finsterer Gemälde halb verfault und klamm
Dennoch saß das Leben tief in ihren zerfall´nen Blicken
„Du bist auch ein Wolf, der trotz der Liebe reißen muss das Lamm“
Die Abbilder der längst verstorb´nen zogen mich in ihren Bann
Der Wein in meinem Blute hauchte ihnen wieder Leben ein
Sie wussten, was ich war, ihr Fluch quoll durstig noch in meinen Adern
Durst trieb mich nun einmal mehr durchs Treppenhaus von Stein

Ich öffnete leise die kunstvollen Türen
Die Schatten empfingen mich als einen der ihren
Den Tod in den Augen durch eisigen Regen
Schritt ich ihr, deren besiegelt, entgegen

Mondlichtdurchsetzt war der Mitternachtsnebel und träumte von Tod und von
Leben
Liebkoste in nasskalter, böser Umarmung ein Standbild von Nehmen und Geben
Jung war das Fleisch, dem den Tod ich gegeben, ich hielt in den Armen den
sterbenden Schmerz
Noch immer vermochte ihr süßes Gesicht zu erwärmen mein stetig erkaltendes
Herz
Und als ich mich all dieser Nächte entsann, da durchfuhr mich ein eisiger
Schauer
Der Nachgeschmack fremden Blutes, er barg stets ein schweres Aroma von
Trauer
Doch aufrichtiger Dank und ein stummes Versprechen, ein dem Tod abgerungenes
„Ja“
Lag jetzt wie ein Siegel erstarrender Hoffnung in ihrem schon leblosen
Augenpaar

Es reflektierten die blicklosen Blicke
Den Durst in meinen Augen

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