1. 1

    Wolfsmond - Des Mondes Mærder

  2. 2

    Wolfsmond - Trübschimmer

  3. 3

    Wolfsmond - Wo Der Tod Allein Thront

  4. 4

    Wolfsmond - Wolfsmond

  5. 5

    Wolfsmond - Auf Den Schwingen Des Drachen

  6. 6

    Wolfsmond - Blutmond

  7. 7

    Wolfsmond - Das Opfermahl

  8. 8

    Wolfsmond - Dort Unten

  9. 9

    Wolfsmond - Düsterwald

  10. 10

    Wolfsmond - Ein Abgrund

  11. 11

    Wolfsmond - Eisenherz

  12. 12

    Wolfsmond - Entfesselt

  13. 13

    Wolfsmond - Entmenschlicht

  14. 14

    Wolfsmond - Ergraut

  15. 15

    Wolfsmond - Fressfeind

  16. 16

    Wolfsmond - Greet The Beyondworld

  17. 17

    Wolfsmond - Knochenkult

  18. 18

    Wolfsmond - Mondsüchtig

  19. 19

    Wolfsmond - Nachtangst

  20. 20

    Wolfsmond - Rauhreif

  21. 21

    Wolfsmond - Schwarzer Dunst

  22. 22

    Wolfsmond - Tod Ohne Traum

  23. 23

    Wolfsmond - Todesgleiche Stille

  24. 24

    Wolfsmond - Todesmoor

  25. 25

    Wolfsmond - Tollwut

  26. 26

    Wolfsmond - Verlockung

Rauhreif

Wolfsmond

Längst hast du den Weg verloren
tief in diesem alten Wald,
deine Finger sind erfroren,
deine Lippen blau und kalt.
Ringsherum ein weißes Funkeln,
Bäume, Sträucher, Moos und Laub,
alles glitzert hell im Dunkeln,
wart!, du wirst der Kälte Raub!

Unbedacht und besonnen
lenktest du den Schritt hierher,
niemand ist hier je entronnen,
und auch du gehst nimmermehr.
Schon beginnst du, schwer zu keuchen,
stehst nicht mehr, kannst nur noch kreuchen,
alle Lebenskraft zerbricht.

Ausgesaugt wird deine Wärme,
Kälte rast durch deinen Leib,
Frost zerreisst dir die Gedärme,
Furcht liebkost dich wie dein Weib.
Silbrig glänzen deine Haare,
nutzlos offen steht dein Mund,
Augenblicke werden Jahre,
kalt wird deine letzte Stund.

Rauhreif streicht mit dürren Fingern über dein Gesicht,
krallt sich quälend langsam in dein Herz hinein.
Deine Zähne klappern, was du tust, es wärmt dich nicht,
warte nur, schon bald wirst du erfroren sein.
Geisterhafte Schemen tanzen um dich herum,
Ein Hauch von Frost, sie erstarren und vergehen.
Du willst atmen, die Luft gefriert und macht dich stumm,
das Glitzern in deinem Hals kannst du nicht sehen.

Kalt hält dich die Erde, leise klirrt das Gras,
stille stehn die Bäum, denen du zum Fraß

dargebracht vom Rauhreif, der dein Herz ergreift,
der dich wunderschön mit weißem Hauch bereift.
Leblos liegt dein Körper, weiß wie alles ringsum,
finster schaun die Bäume, hungrig, gierig, stumm,
weißkristallnes Funkeln in der tiefen Nacht,
kalten Tod im Dunkeln in der rauhen Pracht.

All dein Hoffen birst entzwei,
du wirst den Tag nich sehn,
Rauhreif hüllt dein Leben ein.
vom Frost wirst du vergehen.
Deine Seele flieht den Leib,
denn der ist längst verlorn.
Rauhreif deckt dich sachte zu,
der Tod hat dich erkorn!

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