1. 1

    Adversus - Abendklang

  2. 2

    Adversus - Borderlineprinzessien

  3. 3

    Adversus - Dämon, allzutief in dir

  4. 4

    Adversus - Deiner Schönheit Gewahr

  5. 5

    Adversus - Die Nihilistenhymne (Seelenwinter II)

  6. 6

    Adversus - Ein Ding Im Spiegel

  7. 7

    Adversus - Schlafe Wohl

  8. 8

    Adversus - An Das Kind

  9. 9

    Adversus - Auftakt

  10. 10

    Adversus - Ausklang

  11. 11

    Adversus - Berühr Mich Nicht

  12. 12

    Adversus - Bruder

  13. 13

    Adversus - Das Madchen Mit Den Grablichtern

  14. 14

    Adversus - Der Wind Auf Den Feldern

  15. 15

    Adversus - Des Regens Kälte

  16. 16

    Adversus - Die Letzte Glocke

  17. 17

    Adversus - Die Zeit Steht Still

  18. 18

    Adversus - Dies Ist Offensichtlich

  19. 19

    Adversus - Dies Minniglich Lied

  20. 20

    Adversus - Einer Nacht Gewesenes

  21. 21

    Adversus - Feuersbrunst Im Jammertal

  22. 22

    Adversus - Gespinste

  23. 23

    Adversus - In Des Hades Tiefen

  24. 24

    Adversus - In Teile geträumt

  25. 25

    Adversus - Kalt, Dieser Morgen

  26. 26

    Adversus - Katharsis

  27. 27

    Adversus - Kellerkind

  28. 28

    Adversus - Klingentanz

  29. 29

    Adversus - Komm', Oh Tod

  30. 30

    Adversus - Krähen Im Gewölk

  31. 31

    Adversus - Laya

  32. 32

    Adversus - Mein Hass treibt Nadeln

  33. 33

    Adversus - Präludium Adversi

  34. 34

    Adversus - Schwarzer Vogel, Flieg!

  35. 35

    Adversus - Schwester der Wahrheit

  36. 36

    Adversus - Seelenwinter

  37. 37

    Adversus - Spinnenbein Und Falkenherz

  38. 38

    Adversus - Stirb In Mir

  39. 39

    Adversus - Sturmschwingen

  40. 40

    Adversus - Träume Weiter, Schönes Kind

  41. 41

    Adversus - Und Dann: Ein Blick

  42. 42

    Adversus - Unser beider Babylon

  43. 43

    Adversus - Unter Den Hullen

  44. 44

    Adversus - Zimmer im Kopf

Bruder

Adversus

Der tag war klar
Und seltsam schien
Die luft hell durchhaucht, sonderbar
Kroch wärme in sein herz

Sieh, dort ging er hin
Auf seinem wege und nie
War ferner ihm der schmerz

Doch bald, mit einem mal
Da war'n schädel mit augen so kalt
Und fäuste in der luft

Ein mann in jungen jahren, der
Beseelt von kunst und guter tat
Sich beugen musste der gewalt

Er floh und endlich kam
Er dorthin wo sein herz ward so froh
Und erdenschwarz der duft

Floh fassungslos vor all dem wüten
Unserer korrumpierten zeit
Sein einzig fehler war das denken

Durch hunderte von jahren
Geschieden sind wir brüder
Trennt uns auch der zeiten abgrund
Sehen wir uns wieder

In waldes bann der kirche turm
Ruhte im silbernen licht
Als er kam an der gräber ruh

Wollte doch nur fühlen mit denn
Sinnen seiner phantasie und
Forschen nach der zeiten bahn

Hinter ihm die amsel schrie
Und als er sich umwandte, wolkte
Die schwarze wand aus vogelleibern

Plötzlich tat sich auf der mund der
Zeit und fraß ihn fort in einem
Strudel ohne halt, ohne halt

Rauch ward um ihn rum
Und als keine feder mehr fiel
Brannte lichterloh die kirche

Fand sich wieder, eingezwängt von
Toten leibern, feuer und metall
In den kriegen alter zeiten

Durch das meer der zeit gereicht
Reckt sich die hand, die deine greift

Er taumelte durch schwelend brände
Ein schlachtfeld, brach, ringsum ihn her
Visionengleich der zeit entstiegen
Schien kein lebend wesen auf dem plan
Doch da fand er einen, der das
Schlachtgetümmel überlebt und
Als er ihm ins auge blickt
Schaut er in sein eigen antlitz

Mit schwert und schild von häschern nun
Gejagt flohen sie beide bald dahin
Im schicksal fest vereint und

Als die rettung ward alsbald
Besiegelt gab der krieger ihm
Zum abschied den knauf seines schwertes

So kam er zu dem ort, an dem die
Fäuste zu mehren die scham
Mit feigen worten ihn erwartet

Wohl behalten aufgewacht in
Unsrer zeit und tief berührt des
Fernen bruders stärke er nun

Ein strahl aus gleisend mut
Durchbohrte sein herz ohne wahl
Und so zerschlug er sie im grimm

Fühlte immerfort und hört: seit
Jenem tag ward er ein andrer
Und in seiner hand ruht das metall…

Durch das meer der zeit beschenkt
Des schicksals pfad zu dir gelenkt

Durch hunderte von jahren
Geschieden sind wir brüder
Trennt uns auch der zeiten abgrund
Sehen wir uns wieder?
Durch hunderte von jahren
Geschieden sind wir brüder
Einmal war das tor uns weit


Sehen uns nie wieder…

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