1. 1

    Agrypnie - Agrypnie

  2. 2

    Agrypnie - Auf Den Nackten Korridoren

  3. 3

    Agrypnie - Augenblick

  4. 4

    Agrypnie - Brücke aus Glas

  5. 5

    Agrypnie - Cognito Ergo Sum

  6. 6

    Agrypnie - Der Tote Trakt

  7. 7

    Agrypnie - Die Last Der Erinnerung

  8. 8

    Agrypnie - F15.2

  9. 9

    Agrypnie - Fenster Zum Hof

  10. 10

    Agrypnie - Glas

  11. 11

    Agrypnie - Gnōsis

  12. 12

    Agrypnie - In Den Weiten

  13. 13

    Agrypnie - Kadavergehorsam

  14. 14

    Agrypnie - Kerkerseelenwanderung

  15. 15

    Agrypnie - Masken

  16. 16

    Agrypnie - Mauern

  17. 17

    Agrypnie - Morgen

  18. 18

    Agrypnie - Pavor Nocturnus

  19. 19

    Agrypnie - R40.2

  20. 20

    Agrypnie - Schlaf

  21. 21

    Agrypnie - Schwarz

  22. 22

    Agrypnie - Spiegel?

  23. 23

    Agrypnie - Und Führte Mich Nicht In Versuchung

  24. 24

    Agrypnie - Verfall

  25. 25

    Agrypnie - Veritas Mutabilis

  26. 26

    Agrypnie - Während Du Schläfst

  27. 27

    Agrypnie - Wohin

  28. 28

    Agrypnie - Zivilisation

  29. 29

    Agrypnie - Zorn

Brücke aus Glas

Agrypnie

Der Grenzfluss aus deinen tausend verdrängten Gedanken
Im Dunst des Abends liegt er weit doch klar vor dir,
Und aus der Ferne schon scheinen wie Berge die Planken.
In deinen Träumen warst du wohl schon tausend mal hier.

Hinter dem Floß wir das Land sich weiten,
Dort werden in Stille die Stürme schweigen.
Du und die Zeit, ihr lauft euch ewig davon.
In dir fließt der Rubikon,
Und darüber die Brücke die aus Glas.

Vom anderen Ende der Welt bricht die Nacht herein.
Wer den Schritt wagt, sollte den Weg noch erkennen.
Du tötest die Zeit und treibst davon.
In dich mündet der Rubikon,
In dir steht die Brücke aus Glas.

Steinerne Fäden, gemauert im Staub deiner Schwächen,
Binden und lähmen dir jeden der mühsamen Schritte.
Dies ist dein Fluch, das Kind deiner alten Versprechen,
Und du weißt, du bist in ihrem Bund nur der Dritte.

Vertreibe die Ohnmacht, du ahnst, dass am Ende der Reise,
Wohl weniger wartet als du auf den Wege verlässt. Und die Schemen,
Die zweifelnd in Tränen am grauen Ufer dir winkten, sie werden dir folgen.
Und trotzdem: Die Welt wird sich wandeln.

Keine Grenze der Erde wirst du überqueren,
So weit die Schritte dich auch tragen.
Gefangen in Freiheit bist du,
Der Zwilling des Theseus mir scheint,
Und der schönen Ariadne Fäden seh' ich,
Deutlich und helfenden Herzens gesponnen
Über deiner Brücke aus Glas

Am anderen Ende der Welt bricht das Licht herein,
Auf den weiten Ebenen ungesehenen Landes
Stehst du, außerhalb von allen Zeiten,
In einem Meer aus dünnen Scherben.
Hinter dir dein Rubikon,
Vor deinen Augen eine neue Brücke aus Glas.

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